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Regestnummer: 6/668 ZELTER, KARL FRIEDRICH 1813 Februar 12 bis März 11 S: 28/1016 St. 101 D: MA 20, Nr. 192 B: 1812 Dezember 12 (23, Nr. 6446); 1813 Januar 27 (vgl. 23, 520) A: 1813 Mai 3 (23, Nr. 6557) 1813 Februar 12
Berlin
Über die Aufnahme von "Dichtung und Wahrheit" (besonders Teil 2): Man lese auch die Bücher wieder, die darinne genannt sind. Z. lese G. Schlossers Schriften mit einer recht verständigen Abhandlung über die Aufhebung der Zünfte wieder ("Über das neue französische System der Polizeifreiheit".) Der "Landprediger von Wakefield" (von O. Goldsmith), den er einst englisch gelesen habe, liege in deutscher Übersetzung (? von J. J. C. Bode) vor ihm. Es gebe Leser der Dicht. u. W, die noch den Titel drehen und deuteln. Da diese ihren Homer griechisch lesen; so können sie nicht dahinter kommen wie hier und überall im Leben Dichtung und Wahrheit zusammen kommen? Über die Wirkung der C. A. Clodius gewidmeten Stelle auf dessen Sohn C. A. H. Clodius. K. L von Woltmanns Relation über G.s Biographie in zwei Stücken seiner "Deutschen Blätter" (Bd. 1) habe Z. mit Vergnügen gelesen. Über Klopstock hat er dich schwerlich verstanden. - Bemerkungen über den 1. Teil des "Phantasus" von L. Tieck; Andeutung über Tiecks Polemik gegen G.s Verteidigung des Gelegenheitsgedichts (im 10. Buch von "Dichtung und Wahrheit"). Zitat: Nun ja Herr! ich glaube Ihr seyd ein Poet! [...].
1813 Februar 17
Hinweis auf das Erscheinen der ersten Horazischen Satyre in F. A. Wolfs Übersetzung, die den Humor des Originals stellenweise treffe. Z. müsse lachen, wenn die metrischen Geister über G.s Hexameter und Pentameter skaliren; erwähnt: J. H. Voß' Übersetzung des Horaz.
1813 Februar 21
Bericht über den überraschenden Einfall von etwa 300 Kosaken in Berlin am 20. Februar; erwähnt: der Duc de Castiglione (Augereau) sowie Z.s ältester Sohn (Georg), der als reitender Jäger zum Könige nach Breslau abgegangen sei.
1813 Februar 22
Schilderung der ungewissen militärischen Lage.
1813 Februar 24
Fortsetzung des Lageberichts: Die Cosakken schwärmen vor den Thoren herum. Der Vicekönig (von Italien) und der Gen. St. Cyr sind mit Cavallerie angekommen [...].
1813 Februar 26
Z. habe J. F. C. Werneburgs Musikschule gelesen; Vorschlag, einen pertinenten Auszug [...] zu formieren, den man diesem oder jenem in die Hände geben könnte um in Schulen davon Anwendung zu machen; erwähnt: der Überbringer E. Osann sowie der Prediger H. J. D. Bierdemann.
1813 Februar 27
Anerkennung für Beethovens "Egmont"-Ouvertüre, die am 25. Februar (im Schauspielhaus) recht gut ausgeführt worden sei, und zwar ohne das Stück, wie der seel. Gleim immer den Hut Friedrichs des Großen vorzeigte. Reflexionen darüber, warum jedes bedeutende deutsche Theaterstück seine eigene Musik haben sollte. Z. wolle Beethoven bereden, auch die Entracte in Mus. zu setzen. Lob für J. F. Reichardts Zwischenaktmusik zu "Egmont".
1813 März 11
Daß die Franzosen Berlin verlassen haben, werde G. aus den Zeitungen sehn; erwähnt: der russische Major von Juny, der jetzt Stadtkommandant und bei Z. einquartiert sei. - Über die Lektüre des 2. Teils von Tiecks "Phantasus"; erwähnt: das Drama "Die verkehrte Welt" sowie der Medicäer (Lorenzo I. di Medici). - F. C. Sibbern wolle den Brief mitnehmen. Z. gebe ihm auch den 4. Teil seiner "Sämtlichen Lieder, Balladen und Romanzen" mit (vgl. aber G.s Antwort); erwähnt: "Rastlose Liebe" sowie die Nummern 3, 8, 9 und 12 ("Neue Liebe, neues Leben", "Der Misanthrop", "Wandrers Nachtlied" und "Erster Verlust").