Vollanzeige

 zurück weiter 

Regestnummer: 6/407

SEEBECK, THOMAS JOHANN

1812 April 25
Bayreuth

S: 28/1040 St. 84-86; St. 87   D: NC, Nr. 337; Nr. 337a   B: -   A: 1812 April 29 (22, Nr. 6326)   TB: 1812 April 28

S.s langes Schweigen habe seine Ursache in dem bevorstehenden Umzug nach Nürnberg. Begründung für diesen Entschluß; erwähnt: S.s Kinder. Seine Anstellung in München sei noch immer ungewiß. - Da S. ein Laboratorium fehle, sei er wenig zum Experimentieren gekommen, habe aber mehrere Pläne zu neuen, hauptsächlich chemischen Untersuchungen entworfen. A. F. Gehlen, der einige Versuche mit farbigen Metallsolutionen durchgeführt habe, wolle nach Nürnberg kommen und seine Apparate mitbringen. Hinweis auf F. K. M. Vogels "Versuche und Ansichten über die vegetabilische und tierische Kohle" in J. S. C. Schweiggers "Journal für Chemie und Physik" (1812, Bd. 4). - Entsprechend G.s Auftrag übersende S. eine Liste von Kritiken und Äußerungen zu G.s "Farbenlehre". Erläuterungen dazu mit Erwähnung der "Leipziger Literaturzeitung" und der ALZ sowie Hinweis auf optische Aufsätze von T. Young in L. W. Gilberts "Annalen der Physik" (1811, Bd. 39). - Bericht über den von S. nachvollzogenen 2ten Newtonschen Versuch mit Beschreibung des Experiments. - Erörterungen der Schwierigkeiten beim Versuch der Zuckerzubereitung aus Stärkemehl, zu der S. und andere Chemiker durch die Kirchhofsche Entdeckung veranlaßt worden seien, erwähnt: Graf D. Einsiedel. - Bitte an G., falls er nach Karlsbad reise, die zur Ausleihe erbetenen Werke von J. H. Hassenfratz "Observations sur les ombres colorées" und von D. de Carvalho "Memoria sobre a formaç%-ao natural das cores" (vgl. RA 6, Nr. 29) dem Buchhändler G. A. Grau in Hof zu übergeben. - S. empfiehlt den Mechaniker (J. E. oder J. M.) Burucker in Nürnberg zur Reparatur von Magneten. - Erläuterung der bayerischen Paßgepflogenheiten. - Grüße, auch von S.s Frau, an C. und A. von Goethe, F. W. Riemer und K. von Knebel. - Hinweis auf den soeben erschienenen 1. Teil von Hegels "Wissenschaft der Logik"; Hegel werde wohl selbst Nachricht gegeben haben.

Anlage auf gleichem Bogen: Verzeichnis von Rezensionen zu G.s "Farbenlehre"; dabei erwähnt: die "Neue oberdeutsche allgemeine Literaturzeitung" (Rezension eines unbekannten Autors), K. B. Mollweides Rezension in der von F. von Zach herausgegebenen "Monatlichen Korrespondenz zur Beförderung der Erd- und Himmelskunde" 1810, die "Neue Leipziger Literaturzeitung" 1810 (Rezension eines unbekannten Autors), M. Klotz' Rezension im "Kritischen Anzeiger für Literatur und Kunst" 1810, Nr. 30-33, eine Rezension (von Mollweide) in der ALZ 1811 (Nr. 30-32), die Heid Jbb (Rezension von J. Fries), eine Rezension (von T. Mayer d. J.) in den "Göttingischen gelehrten Anzeigen" 1811 (Nr. 99), F. T. Poselgers Rezension "Der farbige Rand eines durch ein bikonvexes Glas entstehenden Bildes" in den "Annalen der Physik" 1811, Bd. 37, E. T. Malus' "Bericht eines französischen Physikers über Herrn von Goethes Werk 'Zur Farbenlehre'" in den "Annalen der Physik" 1812, Bd. 40, L. von Buch, eine Rezension (von E. L. Malus) in den "Annales de Chimie" 1811 (Bd. 79), G.s Berliner Gegner C. S. Weiß, W. Jungius und E. G. Fischer und deren noch ungedruckte Abhandlungen sowie die von Mollweide angekündigte, aber nicht erschienene Widerlegung von G.s "Farbenlehre" (vgl. "Prüfung der Farbenlehre des Herrn von Goethe").

Zurück zum Register

 
Diese Seite drucken


Regestausgabe "Briefe an Goethe", © Sämtliche Urheberrechte liegen beim Verlag Hermann Böhlaus Nachfolger