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Regestnummer: 5/789

REINHARD, KARL FRIEDRICH

1807 Dezember 24
Köln

S: 28/734 St. 5   D: GRe, Nr. 9   B: 1807 November 16 (19, Nr. 5454; 1807 November 7, vgl. WA III 3, 293)   A: 1808 Februar 3 (vgl. 20, 394)

Über sein neu erworbenes Haus Falkenlust bei Bonn, ein ehemaliges Jagdschlos des Kur-Fürsten von Cölln, sowie über das gemeinsam mit S. Boisserée erworbene Landgut Apollinarisberg bei Remagen; erwähnt: R.s Frau und Kinder. Ausführliche Beschreibung des Berges und der dazugehörigen Wallfahrtskirche. Bericht über F. Schlegel, der in den lezten drei Monaten beinahe der Einzige Gesellschafter Von R. s Frau gewesen sei. Er betreibe u.a. Übersetzungen aus dem Sanskrit ("Indische Gedichte", in: "Über die Sprache und Weisheit der Indier", Heidelberg 1808) und habe im übrigen durch das schwankende seines Karakters und seiner Ansichten nur wenig Aussicht auf Verbesserung seiner Lage. Meine Frau hatte auf seine Bitte diese Angelegenheit der Frau von Wolzogen empfolen [...]. - R. habe J. Hoffmann kennengelernt. Nach den Skizzen seiner Preis-Stüke würde auch R. den Flus-Göttern in Augias Stalle (Preisaufgabe für das Jahr 1801) den Preis zuerkannt haben. Hingegen finde er dessen Paris und Helena (Preisaufgabe für das Jahr 1799) weniger gelungen. Die Idee in Hoffmanns Bildern solle von F. F. Wallraf herrühren, der mit großer Kenntnis der Kunst und der Kunstgeschichte, besonders der lokalen von Cölln, seit vielen Jahren Kunstschäze sammelt. R. hofft, im Falle es G. in der Nähe des alten Rheins führen sollte, daß er ihn zu sich und zu wirklichen Kunstgenüssen einladen könne; Hinweis auf Gemälde, die lange vor Johann van Eyk [...] den Styl einer vor-italiänischen Epoche zeigen. - G.s Hinweis auf den Aufsatz über die Akyanobleponten (Menschen mit Blaugelbblindheit) in den Archives littéraires de l'Europe" (1807; Ruppert 360; P. Prevost "Exposé succinct d'une recherche expérimentale") habe er in Paris zu spät erhalten (vgl. RA 5, Nr. 686). Aber Ihre Idee, eine kleine Gegenschrift aufzusezen, ist vortreflich, und past ganz zu dem, worüber ich mit Vanderbourg übereingekommen bin. R. hofft zwischen den "Archives littéraires de l'Europe" und der neuern deutschen Literatur eine Verbindung zu schaffen. - Von den optischen Memoires hab R. nichts Näheres erfahren können, lediglich C. E. Wünschs "Versuche und Beobachtungen über die Farben des Lichtes" (Ruppert 5291) habe er gefunden. Das mit Professor-Kälte abgegebene Urteil Cuviers über Teile von G.s "Farbenlehre", il y a beaucoup de choses qu'on sait dêja; mais il y a aussi beaucoup de choses neuves, wolle R. nicht hinnehmen. Cuvier habe über die neuesten deutschen Chemiker und Naturphilosophen seien großen "Rapport historique sur le progrès des sciences naturelles dépuis 1789" geschrieben und nicht zu unrecht vor H. Steffens' neuster Schrift("Grundzüge der philosophischen Naturwissenschaft", Ruppert 5151) wie vor einer unauflösbaren Hieroglyphe gestanden. - Bericht über die Wolzogens. Hoffnung auf Nachrichten von G. und Empfehlungen von seiner Frau an G. und die Seinigen. - Bitte, den Vorsaz, die Archives betreffend, auszuführen; man müsse durch die Literatur ins Gebiet der Herrn von der Wissenschaft eindringen. - Seine Adresse sei chez. Mess. Nicolas de Tongres, Négg. à Cologne.

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