Vollanzeige

   

Regestnummer: 5/273

SARTORIUS, GEORG FRIEDRICH CHRISTOPH

1805 Dezember 5
Göttingen

S: 28/789 St. 21   D: GSa, Nr. 31 (T)   B: 1805 Oktober 4 (vgl. 19, 537 und GSA 28/289/XX); 1805 Oktober 4 (51, Nr. 5139a)   A: 1806 Juni 20 (GSa, Nr. 32; 1806 Juni 23, vgl. WA III 3, 131)

Freude über die beyden Briefe G.s - Winckelmanns Manuskript (eigenhändige Überarbeitung der "Anmerkungen über die Baukunst der Alten", Dresden 1761) habe G. H. W. Blumenbach bereits seinem Vater geschickt gehabt, als S. in Hannover eintraf; dieser habe die Weiterleitung wegen einer schmerzhaften Krankheit verzögern müssen (vgl. RA 5, Nr. 247); Neugier auf G.s Urteil. - Wegen der mir mitgetheilten Inschrift habe ich mich an H. Prof. Tychsen gewandt (? vgl. RA 5, Nr. 250); S. lege dessen Gutachten bei. Bezüglich der historischen Frage (ob der Besuch des Großfürsten Wladimir II. von Kiew beim byzantinischen Kaiser Alexios I. historisch verbürgt sei) habe er von Schlözer noch nichts vernommen und könne z. Z. nicht auf die Bibliothek gehen. Wegen der aus der Göttinger Bibliothek gewünschten Bücher (? für G.s "Farbenlehre") möge G. sich an Heyne., J. D. Reuß oder J. F. Blumenbach wenden. - Bericht über Galls Wirkung in Göttingen; Durch den Durchmarsch der französischen Truppen (vom 5. bis 15. September) sei dieser zunächst mausetodt geschlagen worden und danach von F. B. Osiander im "Neuen Hannöverischen Magazin" (1805, Stück 83 "Über Dr. Galls Vorlesungen in Göttingen") scharf kritisiert worden. - Ausführlich zu den öffentlichen Angelegenheiten; Nach der Besetzung Hannovers durch französische, preußische, russische, schwedische und englische Truppen biete das Land ein beklagenswerthes Bild. Zur Politik Napoleons, des Königs von Preußen und des Zaren von Rußland. Vergleich zwischen den französischen Truppen und der preußischen Armee, die nur halb So schnell marschiere und etwas verwöhnt zu seyn scheint. Vermutung, daß künftig die Franken über die Erde herrschen werden, wenn unter den übrigen Mächten keine Eintracht zustandekäme. Falls die Dinge in Mähren sich nicht bald ändern (nach der Schlacht von Austerlitz am 2. Dezember), werde man den Krieg im eigenen Lande haben. - S. wünscht einen andern Ort zu finden, wo man ungestörter [...] den Wissenschaften leben könnte. Hoffnung, mit Unterstützung des Weimarer Hofes einen untergeordneten diplomatischen Posten von Rußland [...] zu erhalten (vgl. RA 5, Nr. 282). An Rußland muß man sich anschließen [...]. - Von den Beschwerlichkeiten durch die militärische Einquartierung in seinem Hause. Er sei allerdings des Französischen mächtig. Lob seiner heiteren und liebevollen Frau und Mitteilung, daß im März 1806 ein Kind erwartet werde (August).

Zurück

 
Diese Seite drucken


Regestausgabe "Briefe an Goethe", © Sämtliche Urheberrechte liegen beim Verlag Hermann Böhlaus Nachfolger