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Regestnummer: 1/352

HIRT, ALOIS LUDWIG

1789 April 4
Rom

S: 28/1041 Bl. 197f.   D: NIR, Nr. 67   B: -   A: -

H. schulde G. Dank dafür, daß er ihn an Herder und J. F. H. von Dalberg empfohlen habe. Der vou H. in diesem Kreis gehaltene Kurs sei durch Unpäßlichkeit einer Dame öfter unterbrochen worden diese habe oft nach G. gefragt. Für sich persönlich erbitte F. H. von Einsiedel die Fortführung des Kurses. In Herders Umgang lerne H. täglich, zu ihm habe er Zutrauen. Infolge G.s Fürsprache bei der Herzogin Anna Amalia besuche H. sie öfter. - Nachricht von seiner Bekanntschaft mit der Livländerin von Grote und ihrer Familie, mit Herrn von Schack, Herrn von Graßer aus Wien und einem jungen Holländer Borell und dessen Hofmeister F. Gervinus, der G. noch von der Universität Leipzig her kenne. G. und Herder habe H. dies alles zu verdanken, da sie seinen starren Sinn abgebaut hätten. - H. fürchte, daß er seine an K. P. Moritz schon 1788 nach Berlin übersandten Manuskripte in der "Monatsschrift der Akademie der Künste und mechanischen Wissenschaften" nicht veröffentlichen dürfe, da Moritz als Professor an dieser Akademie nur Mitarbeiter des Journals sei. Seine Abhandlung über Basiliken ("Historisch-architektonische Beobachtungen über die christlichen Kirchen") hätte er G. sehr gern dedicirt, da Herder diese für gut halte und H. unter G.s Schutz zuerst vor dem Publikum aufzutreten wünsche. Bitte um kritische Einschätzung seiner künftigen Schriften. Für die "Allgemeine Literaturzeitung" gebe es wenig Materie. In seiner letzten Sendung vom Januar habe er C. G. Schütz gebeten, H.s Honorar G. zu übergeben. - H.s Bemerkungen über "Laokoon" stünden im Gegensatz zu Lessings, Winckelmanns und Herders Auffassung, wie sie in den "Kritischen Wäldern" vertreten werde. In der Auseinandersetzung mit Lessing behaupte H., daß er an der Laokoongruppe nicht einen gemilderten, sondern den höchsten Ausdruck wahrnehme, und bestreite, daß nicht die stille Ruhe, der gemilderte Ausdruck, und überhaupt diese Art von Schönheit) das erste Grundgesez der bildenden Künste sey, sondern Bedeutung, Karakteristik, Wahrheit.

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