Vollanzeige

   

Regestnummer: 7/762

TISCHBEIN, JOHANN HEINRICH WILHELM

1817 Februar 10
Eutin

S: 28/917 St. 9; St. 16; 28/927 St. 15   D: GTi, Nr. 10   B: -   A: 1817 Februar 28 (27, Nr. 7665)   TB: 1817 Februar 25

T. habe im Sommer 1816 mit seiner Cousine Schäffer die in Hamburg wohnt, vergeblich eine Reise nach Karlsbad unternommen, um G. zu einem Besuch in Holstein zu bewegen. Er wünschte, G. die Ossianische Gegenten [...] mit den Denkmähler der ehmaligen Bewohner dieses Landes zu zeigen, die zunehmend zerstört würden. Wohnen könne G. bei T.s Cousine in Hamburg. F. A. Wolf habe für den Sommer einen Besuch angekündigt. - Erinnerungen an gemeinsame Erlebnisse in Rom; dabei erwähnt: die Farnesischen Gärten, ein Bild von A. Mantegna, ein schlafendes Mädchen und einen Schäfer darstellend, das T. in der Giustinianischen Galerie, aber nicht in der Berliner Ausstellung der Sammlung (1816) gesehen habe, die geselligen Runden bei Angelika Zucchi, (? Antonio) Zucchi und G.s abendliche Lesungen aus seiner "Iphigenie". Von seinen eigenen Versuchen sende T. Proben im Stile Anakreons mit dazugehörigen Zeichnungen (Album "Genius"; vgl. RA 7, Nr. 763). G. möge sie verbessern, ganz verwerfen oder selbst zu jeder Zeichnung etwas schreiben. - Über eine von T. in G.s Sinne gemalte arkadische Landschaft in Öl, eine dazu verfaßte Idylle und das begonnene Gemälde "Helena und Menelaos". - Er lege eine leicht hingeworfene Skizze ("Reineke Fuchs"; vgl. GTi, Tafel 13), wie G. sie liebe, bei. Im Großen habe er sie mit vielen Tieren ausgeführt, wie beiliegende Beschreibung veranschauliche. Dazu habe er zwölf kleinere Zeichnungen, die Gänße Fabel, angefertigt. - Über seine Kinder, insbesondere Susanne und Peter, mit Bezugnahme auf seine Zeichnung "Junge Blüten an altem Ast" (vgl. GTi, Tafel 22). - G.s "Dichtung und Wahrheit" habe T. mit Vergnügen gelesen, auch seine eigene Lebensbeschreibung begonnen (vgl. "Aus meinem Leben") und versucht, über die Kunst von Norddeutschland zu schreiben als letzter, der noch etwas darüber wisse. - G. möge ihn bald mit ein par Wörder und seinem Urteil über die Zeichnungen erfreuen. - Grüße an H. Meyer und die Freunde, die sich an T. erinnern. - Auf gleichem Bogen: Skizzen, darunter eine des Gemäldes von Mantegna.

Anlagen: 1. Zehn anakreontische Gedichte von Wilhelm Tischbein; 2. Handschriftliche Beschreibung von T.s Zeichnung "Reineke Fuchs".

Beilage zu: RA 7, Nr. 763

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