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Regestnummer: 7/486

BOISSERÉE, JOHANN SULPIZ MELCHIOR DOMINIKUS

1816 September 21
Heidelberg

S: 28/206,2 St. 30   D: GB 2, 135-138   B: 1816 August 29 (27, Nr. 7491)   A: 1816 Oktober 13 (27, Nr. 7519)   TB: 1816 September 28

B. habe, als er mit K. F. Zelter von Straßburg gekommen sei, G.s Brief vorgefunden. Zelter überbringe mit diesem Brief einen Umriß unseres großen Bildes von Mabuse (vermutlich Umkreis B. van Orley "Die Kreuzigung Christi"), einen Probedruck von J. A. Darnstedts Platte (vgl. "Ansicht der Domkirche zu Köln, von der Südseite", gezeichnet von A. Quaglio, gestochen von Darnstedt) zum Domwerk (B. "Ansichten, Risse ... des Doms von Köln"), eine Ansicht vom hiesigen Schloß und eine erst vor kurzem erschienene von Heidelberg selbst (? gezeichnet von K. von Graimberg, gestochen von C. Haldenwang). - Der Probedruck sei als Antwort auf G.s Frage nach dem Fortgang des Domwerks gedacht. Die Arbeit schreite nur langsam voran, da bei den deutschen Kunstverhältnissen anders als in London oder Paris immer nur ein Künstler an einer Platte arbeiten könne. Zudem hätten die Künstler, darunter auch Darnstedt, eine zu geringe Entlohnung ausgehandelt und müßten nun Zwischenarbeiten übernehmen; erwähnt: die Kupferstecher des großen Egypt. Werks ("Description de l'Egypte"). Dennoch hoffe B. die 1. Lieferung in JahresFrist spätestens zu vollenden, und er denke daran, eventuell durch Hinzuziehung französischer oder englischer Künstler die 2. und 3. Lieferung zu beschleunigen. Solche kühnen Gedanken ließen sich fassen, wenn man erst einen königlichen Verleger habe (? Anspielung auf den preußischen König). Von J. F. Cotta müsse er sich ohnehin beim Umzug nach Berlin trennen. B. wolle der 1. Lieferung zwei Abhandlungen beigeben, eine Geschichte der Baukunst und eine Geschichte der Bauleute (vgl. den Textband unter dem Titel "Geschichte und Beschreibung des Doms von Köln"). - Von der preußischen Regierung sei noch keine Bestätigung für den Kauf der Gemäldesammlung gekommen, da bis jetzt noch alle die Herren auf Reisen waren. - K. F. Schinkel habe aus Köln geschrieben und Hoffnung auf Maßnahmen zur Erhaltung des Doms gegeben. In Köln solle eine Kunstsammlung errichtet werden; den Grundstock bilde F. F. Wallrafs Sammlung. Man habe B. eine Berathung und Oberaufsicht bei allen Einrichtungen für Kunst und Altherthum am Niederrhein zugesagt; erwähnt: das 2. Heft von "Über Kunst und Altertum". - Bemerkungen zum beiliegenden Umriß des Bildes von Mabuse; erwähnt: zwei weitere kleine Bildchen Mabuses, die B. kürzlich erworben habe. - Zelter werde G. von Baden-Baden und Straßburg berichten, auch werde er B.s Verwünschungen der Weinbrenner'schen Baukunst übermitteln. Das Zeug verfolgt einen in jenen Gegenden überall, wie die Bauerey des Prinzen Palagonia [...] in Sicilien (vgl. G. "Italienische Reise"). - Empfehlung für Zelters Reisebegleiter F. Wilken. Gute Wünsche auch von M. Boisserée und J. B. Bertram. - Zelter überbringe aus der Nähe von Straßburg einen Stein mit Spuren von eingekrustet gewesenem Holz.

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