Regestnummer: 7/243 KNEBEL, KARL LUDWIG VON 1816 Mai 8 S: 28/512 St. 3 D: GK, Nr. 479 (T) B: 1816 Mai 1 (27, Nr. 7384) A: - K. dankt für die gütige Aufnahme seines Sohnes Karl (am 2. Mai). - Dank für G.s Brief. K. lese fleißig auch von unserm neusten Litteraturgemische, sei aber selten davon sonderlich erbaut. Von auswärtiger Litteratur erhalte man, ausser jetzt den Englischen Journalen, meist nur abgelegte Waare. Eine neuere Schrift von A. C. Quatremère de Quincy über den Einfluß der Künste auf die Moralität ("Considérations morales sur la destination des ouvrages de l'art") hätte er gern gelesen. - Die neusten Monthly Magazines enthielten auch fortgesezte Artikel über die Teutsche Litteratur, wahrscheinlich von K. A. Böttiger. Übrigens seien die Engländer, die chemischen und mechanischen Gegenstände ausgenommen, mitunter noch ziemlich stupid, und vertheidigen z. B. die Mosaische Schöpfungsgeschichte auf Tod und Leben; weitere Lektüreeindrücke; erwähnt: Lord Byron und R. Southey, die in kurzer Zeit die 13te Auflage ihrer Werke (vgl. "The Giaour" und "The Remains of Henry Kirke White") erlebten. - Hoffnung, G. wieder einmal in Jena zu sehen. K. hindere die Beschaffenheit seines linken Fußes, sich der gewöhnlichen Bekleidung von Schuhen oder Stiefeln zu bedienen. - Die Nachricht von dem gewonnenen Preise T. Seebecks (Preis des Institut de France, für die Entdeckung der entoptischen Figuren; vgl. RA 7, Nr. 51) habe K. gefreut, auch daß dessen Entdeckung G. zu Bestätigung der seinen (auf dem Gebiet der Farbenlehre) diene. - K. empfiehlt die Seinigen G. und dessen Angehörigen.
Jena