Vollanzeige

   

Regestnummer: 7/134

SEEBECK, THOMAS JOHANN

1816 März 15
Nürnberg

S: 26/LI,18,2 Bl. 89f.   D: WA IV 26, 405 (T) und GH 2, 389 (T)   B: 1816 Februar 5 bis 11 (51, Nr. 7293a)   A: 1816 März 22 (26, Nr. 7340); an Großherzog Karl August von Sachsen-Weimar, 1816 März 22 (26, Nr. 7341)   TB: 1816 März 21

S. informiert, daß das zur Beförderung übersandte Kästchen in Wien eingetroffen sei, worüber ihm K. von Schreibers Nachricht gegeben habe. - Den von G. gewünschten geschliffenen isländischen Spath könne S. in Nürnberg nicht auftreiben, würde aber einen aus G.s Besitz schleifen. Auch Scheibensäulen wolle er besorgen, sofern G. sie nicht in Erfurt bey dem böhmischen Glashändler J. G. Henke günstiger bekomme. S. ersuche G., auf seiner diesjährigen Reise nach Karlsbad in Nürnberg Station zu machen, damit er seine Versuche vorführen könne. - Ausführlicher Bericht über neuere Beobachtungen und Versuche [...] über die Gesetze der Bildung entoptischer Figuren in den doppeltbrechenden Körpern so wohl als den einfach brechenden: S. meine, daß eine ungleichförmige, obwohl gesetzmäßige Spannung als die erste und allgemeine Bedingung der Figurenbildung in den festen durchsichtigen Körpern angesehen werden muß; Bezugnahme auf seine Abhandlung "Einige neue Versuche und Beobachtungen über Spiegelung und Brechung des Lichts", in: "Journal für Chemie und Physik" 1813, Bd. 7. S. habe beobachtet, je größer die Spannung in diesen Körpern ist, desto ausgebildeter ist auch ihre Figur, je geringer jene, desto unvollständiger diese; und in Körpern, wo die Spannung nach allen Richtungen gleich ist, entstehen keine entoptischen Figuren, beispielsweise am Steinsalz, Flußspat und allen krystallisirten Körpern, deren Grundgestalt ein Würfel oder gleichseitiges Octaeder ist. Weiter habe S. festgestellt: Grundform, doppelte Strahlenbrechung, entoptische Figur, sind nur verschiedene Manifestationen derselben, in beständiger Wechselwirkung begriffenen Kräfte, durch welche der Krystall sich bildet und erhält, und wodurch sich das Wesen der Gattung ausspricht. Über die gegensätzlichen Erscheinungen der doppelten Strahlenbrechung am Bergkristall und Kalkspat mit Hinweis auf die Blätter, die er G. in Frankfurt mitgetheilt habe (im August und September 1815). - Über D. Brewsters "A Treatise on New Philosophical Instruments" und S.s Briefwechsel mit J. B. Biot, dessen theoretischen Speculationen S. schon früher mitgeteilt habe (vgl. RA 6, Nr. 1366). - Empfehlungen von seiner Familie.

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