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Regestnummer: 6/1736

KNEBEL, KARL LUDWIG VON

1815 Oktober 24
Jena

S: 28/511 St. 3   D: GK, Nr. 468 (T)   B: 1815 Oktober 21 (25, Nr. 7189)   A: -

Freude über G.s Brief und Wohlsein. - K. habe körperliche Schmerzen und lange Incarcerirung mit besserm Humor ertragen, als er sich zugetraut hätte. Seine Frau lasse es an Aufmerksamkeit nicht fehlen, andre zeigen Theilnahme u: Gefälligkeit, und sein kleiner Sohn Bernhard erheitere das Haus. - K.s Sohn Karl sei zufrieden mit seinem Zustande (als preußischer Leutnant) und jezt wahrscheinlich in Münster, bei den Erbhuldigungsfesten; erwähnt: Karls Chef, Graf A. Einsiedel. - K. freue sich auf G.s Reisegeschichten und den "Divan". Er habe manches über die Morgenländischen Völker gelesen, so J. L. S. Bartholdys "Bruchstücke zur nähern Kenntnis des heutigen Griechenlands". - Über englische Journale, die jetzt in Haufen ankämen und denen meist eine gewisse positive Humanität [...] und guter Humor zum Grunde lägen. Es gebe gute Köpfe unter den Engländern, die sich den Grundsäzen von G.s "Farbenlehre" näherten, vielleicht ohne diese gekannt zu haben; K. zitiert den Schluß des wider Neutons Optik gerichteten Aufsatzes Experiments to prove that the Spectrum is not an Image of the Sun [...] etc. von J. Reade, erschienen im August 1814 im "Monthly Magazine". - G.s "Pandora" habe K. wieder studirt. - Dank für die Sendung von J. I. von Gerning; K. suche die übersandten Exemplare seiner "Erotischen Gedichte von Ovid" unter die jungen Damen zu bringen. - Es sei im Englischen keine Übersezung des Properz vorhanden. So sittig ist dies Volk! Den Lukrez haben sie hingegen ein halbduzent mal übersezt - schlecht genug! - D. F. Koreff sei bei der Preuß. Armee als Arzt und werde wahrscheinlich nach Teutschland kommen; Anspielung auf dessen Tibull-Übersetzung.

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