Bechstein, Ludwig

Schriftprobe
Kurzbiographie
Literatur
Abb. aus Theodor Linschmann:
Ludwig Bechsteins Schriften, Meiningen 1907

 

Schriftprobe:

Brief von Ludwig Bechstein an Ludwig Storch
GSA 4/71,1

 

Kurzbiographie

1801November 24  in Weimar geboren
Vater: Louis Hubert Dupontreau (1772-1840), französischer Emigrant
Mutter: Johanna Karoline Bechstein (1775-1847), Tochter eines Konsistorialbotenmeisters in Altenburg
1801-1810als uneheliches Kind bei der Witwe Wertheimer in Weimar, nach 1806 bei deren Tochter zur Pflege
1810Adoption durch den Onkel Johann Matthäus Bechstein, Forstrat in Dreißigacker
1810-1818Besuch des Gymnasiums in Meiningen
1818-1822Apothekerlehre in Arnstadt
1822-1828Anstellung als Apothekergehilfe in Arnstadt (bis 1824), Meiningen (bis 1826) und Salzungen (bis 1828)
1829-1831Studium der Philosophie, Geschichte, Literatur und Kunst in Leipzig (bis Sommer 1830) und München
mit Gewährung eines Stipendiums des Herzogs Bernhard Erich Freund von Sachsen-Meiningen
1831November 10  Berufung zum Kabinettsbibliothekar und zweitem Bibliothekar
an der Herzoglich Öffentlichen Bibliothek in Meiningen
1832August 12  1. Eheschließung mit Karoline Wiskemann (1808-1834)
November 14  Gründung des Hennebergischen altertumsforschenden Vereins, dessen Direktor Bechstein
bis 1857 (danach Ehrenpräsident bis ans Lebensende) war
1833Berufung zum ersten und alleinigen Bibliothekar an der Herzoglich Öffentlichen Bibliothek in Meiningen
1835Reise an den Rhein, nach Belgien, Nordfrankreich und Paris
1836Juni 19  2. Eheschließung mit Therese Schulz (1806-1876)
1840April   Einzug in das neuerbaute Haus
Dezember 17  Ernennung zum Hofrat
1842Eintritt in die Meininger Freimaurerloge
1844Mitarbeit bei der Ordnung des Hennebergischen Gesamtarchivs
1848Berufung zum Archivar des Hennebergischen Gesamtarchivs
1855Herbst   Reise nach der Schweiz und Oberitalien
1860Mai 14  in Meiningen gestorben

Literatur

Eine Werkausgabe liegt nicht vor.

a) Ausgewählte Erstpublikationen

Sonettenkränze, Arnstadt 1828

Der Totentanz, Leipzig 1831

Der Sonntag, Leipzig [1831]

Das tolle Jahr, Stuttgart 1833

Faustus, Leipzig 1833

Des Hasses und der Liebe Kämpfe. Drama in fünf Aufzügen, Hildburghausen 1835

Gedichte, Frankfurt (Main) 1836

Fahrten eines Musikanten, Schleusingen 1837

Der Sagenschatz des Frankenlandes, Würzburg 1842

Deutsches Dichterbuch. Eine Sammlung der besten und kernhaftesten deutschen Gedichte aus allen Jahrhunderten, Leipzig [1844]

Geschichte und Gedichte des Minnesängers Otto von Botenlauben Grafen von Henneberg, Leipzig 1845

Deutsches Märchenbuch, Leipzig 1846

Neue Naturgeschichte der Stubenvögel, Hannover 1846

Die Donau-Reise und ihre schönsten Ansichten, Hildburghausen [1849]

Ein dunkles Los, Nürnberg 1850

Der Heerwurm, sein Erscheinen, seine Naturgeschichte und seine Poesie, Nürnberg 1851

Deutsches Sagenbuch, Leipzig 1853

Mythe, Sage, Märe und Fabel im Leben und Bewußtsein des deutschen Volkes, Leipzig 1854-1855

Das große thüringische Mysterium oder das geistliche Spiel von den zehn Jungfrauen, aufgeführt zu Eisenach am 24. April 1322, Halle 1855

Romantische Sagen und Märchen, Altenburg [1855]

Mitteilungen aus dem Leben der Herzoge zu Sachsen-Meiningen und deren Beziehung zu Männern der Wissenschaft, Halle 1856
(darin Auszüge aus dem Reisetagebuch des Herzogs Karl August von Sachsen-Meiningen vom 2. Februar bis 21. September 1775)

Villa Carlotta. Poetische Reisebilder vom Comersee und aus den Lombardisch- Venetianischen Landen, Weimar 1857

Thüringer Sagenbuch, Coburg 1858

Schloß Wartburg, Leipzig 1859

Thüringens Königshaus. Sein Fluch und Fall, Leipzig 1865


b) Sekundärliteratur

Ludwig Bechsteins Schriften, zum 75jährigen Jubiläum des Hennebergischen altertumsforschenden Vereins zusammengestellt von Theodor Linschmann, Meiningen 1907 (unveränderter Nachdruck Leipzig 1972)

Karl Goedeke: Grundriß zur Geschichte der deutschen Dichtung, XIII, 1938, S. 163-176


Leopold Hirschberg: Ludwig Bechstein. Zu seinem 100jährigen Geburtstag, in: Zeitschrift für Bücherfreunde, 5. Jg., 1901/1902

Karl Boost: Ludwig Bechstein. Versuch einer Biographie unter besonderer Berücksichtigung seines dichterischen Schaffens. Diss. Würzburg 1926

Klaus Schmidt: Untersuchungen zu den Märchensammlungen Ludwig Bechsteins. Diss. Greifswald 1935

Rainer Bens: Einige Aussteiger aus der Pharmazie, Stuttgart 1989

Susanne Schmidt-Knaebel: "Man muß doch jemand haben, gegen den man sich ausspricht" - Ludwig Bechsteins Briefe an Dr. Ludwig Storch, Aachen 2000

 
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